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Spiritualität in der Erotik – Sinn und Sinnlichkeit

Spiritualität in der Erotik – Sinn und Sinnlichkeit

Wenn wir an Sexualität denken, dann im Regelfall an zwei Körper, die irgendwie miteinander in Interaktion treten. Und zwar mit ihren Geschlechtsorganen. Dabei spielt Zuneigung oder sogar Liebe eine Rolle, vielleicht aber auch nicht. Sexualität wird als triebhaft angesehen. Etwas, wofür sich viele sogar schämen, weil wir gelernt haben, dass dieser Teil unseres Daseins aus irgendeinem Grund nicht so wertvoll ist, wie unser Denken und unser Verstand. Viele von uns schneiden ihre Sexualtiät ab. Da gibt es dann etwas unterhalb des Bauchnabels, das nur zu ganz bestimmten Zeiten und nur unter ganz bestimmten Bedingungen gelebt werden darf, wenn überhaupt. Oft ohne überhaupt mal richtig hin zu sehen. Die meisten von uns haben auch Sex mit sich alleine.

Spiritualität in der Erotik – Sinn und Sinnlichkeit

Was wäre, wenn wir den Begriff Sexualtität mal weiter denken. Den Horizont etwas öffnen. Dafür kenne ich kein passendes Wort. Ich nehme mal “Lust”. In dem Wort Lust steckt sehr viel mehr als in “Sexualität”. Und es scheint mir, dass wir dieses Wort nicht ganz in seiner Fülle ausschöpfen.

  • Ich habe Lust auf ein Eis.
  • Ich habe Lust auf einen Tag am Baggersee.
  • Ich habe Lust auf heissen, wilden Dschungelsex.

Lust auf etwas haben heisst, ein Bedürfnis spüren und einen Weg finden, es zu erfüllen. Also ein Begehren jenseits der Gegenwart. Lust kann uns aber auch in die Gegenwart holen. Lust gewinnen oder erfüllen wir über unsere Sinne. Je nachdem, wie man rechnet, gibt es fünf oder zwölf Sinne. Und jeder dieser Sinne führt uns in jedem Augenblick unseres Daseins Reize zu, die uns Lust machen oder Unlust. Und hier liegt das wahre Potenzial, die Verbindung zur Sexualität und unserer ganz persönlichen Sinnlichkeit.

  • Ich habe Lust an der Sonne auf meiner Haut.
  • Ich habe Lust an dem Geruch von Flieder.
  • Ich habe Lust an dem Erlebnis einer Mousse au Chocolate, die sich mir an meinen Gaumen schmiegt.

Lust an etwas zu empfinden hat orgastisches Potential. Zum Beispiel: Wenn ich in einem Konzert mit klassischer Musik sitze oder auch nur die Tonbandaufnahmen von Bachs Fugen höre, prickelt eine Gänsehaut meinen Oberkörper entlang bis hinauf zum Kopf, unter der Haut vibriert es und es rollt eine Energiewelle über meinen Oberkörper bis hin zum Scheitel, die einem Orgasmus sehr, sehr ähnlich ist. Das ist mein Musikorgasmus. Wenn mich eine Situation besonders berührt, weil mir jemand etwas wirklich liebevolles gesagt hat, zwei Hunde absolut unbefangen und weltvergessen im Park toben, oder ich sehe eine besonders schöne Szene in einem Film, dann habe ich diese Welle von meinem Herzen aus. Sie rollt über meine Arme. Das ist mein Herzorgasmus.

Spiritualität in der Erotik – Sinn und Sinnlichkeit

Kürzlich hat jemand meine Füße massiert. Ganz achtsam und liebevoll. Da hatte ich einen Fußorgasmus, der bis in meine Yoni schwappte. Wenn ich wirklich traurig bin und herzlich weinen muss, dann habe ich manchmal einen Weinorgasmus. Der sitzt irgendwo zwischen Herz und Bauch. Nach all diesen “Orgasmen” habe ich das für mich typische Gefühl von gelöst sein, Entspannung und Zufriedenheit. Sind das Zustände, die ich mit Scham verstecken und sogar meiden sollte? Nein! Es sind Zustände, die mir ein Gefühl von Lebendigkeit und Verbundenheit geben, die mich Stress abbauen lassen und für mich zu einer guten Psychohygiene gehören.

Spiritualität in der Erotik – Sinn und Sinnlichkeit

Die Begrenzung, die in dem Wort “Sexualität” steckt, nimmt uns viel von unserem sinnlich-sexuellen Potential. Es gehört zu unserer Ganzheit als menschliche Wesen, dass wir an der Welt Lust entwickeln und empfinden. Das wir uns selbst dadurch wahrnehmen und Freude haben. Die Gefühle, die wir während des Sex empfinden sind natürlich besonders intensiv und für den Einen oder die Andere manchmal auch der einzige Weg, in diese wunderschöne Energie zu kommen. Aber das heißt nicht, dass Sexualität in einer weiter gefassten Interpretation nicht auch funktioniert. Das ist dann einfach Übungssache. chte darauf, wie dein Körper auf verschiedene Sinneseindrücke reagiert, lasse zu, wenn sich ein Gefühl ausbreitet und beobachte es. Dein Leben wird dadurch voller und reicher und du wirst dich lebendig und freier fühlen. Im Hier und Jetzt.

1 comment… add one
  • tantramassage56 Mär 17, 2020 @ 14:03

    Hey interessanter Beitrag 😀 Die Tantramassage und Yonimassage helfen auch bei der Spiritualität in der Erotik 😀 Viele Grüsse

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